Was sind Parafunktionen?

Parafunktionen sind unphysiologische, nicht-zweckgerichtete Aktivitäten des stomatognathen (Kau-) Systems. Sie dienen nicht Kauen, Schlucken oder Sprechen und treten häufig unbewusst auf.

Typische orale Parafunktionen

Zähnepressen (Clenching)

Zähneknirschen (Grinding)

Kauen auf Gegenständen (Stifte, Nägel)

Lippen-/Wangenbeißen

  • Okklusionsstörungen gelten nicht als primäre Ursache
  • Psychosoziale Faktoren wichtiger als Okklusion
  • Zentralnervös gesteuert (Basalganglien, Hirnstamm)
  • Wachbruxismus
    • Häufigste form (> 40 % der Bevölkerung)
    • Bewusster oder halb-bewusster Druck auf die Zähne
    • Oft durch Stress, Konzentration, oder Gewohnheit ausgelöst
  • Empfindliche Zähne
  • Verspannte Kaumuskulatur (Masseter, Temporalis)
  • Kiefergelenksbeschwerden (Krachen, Schmerzen)
  • Kopfschmerzen (v. a. Schläfenbereich)
  • Morgensteifigkeit im Kiefer
  • Schlafstörungen
  • Fehlkontakte / Okklusionsstörungen (spielen heute eine geringere Rolle als früher angenommen)
  • Neurologische oder medikamentöse Faktoren
  • Risse im Schmelz
  • Abfrakturen von Füllungen / Zahnersatz
  • Kiefergelenkserkrankungen (CMD)
  • Hart, adjustiert, oft Michigan- oder Äquivalent
  • Schlafhygiene
  • Entspannungstechniken
  • Biofeedback (vor allem bei Wachbruxismus)
  • Nur in Ausnahmefällen, wenn klare Fehlkontakte vorliegen
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